22 | 02 | 2012
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Zum vorletzten Spiel des Jahres traten wir beim Überraschungstabellenführer SG Eiderstedt an. Vor der Saison hatte die Truppe um den erfahrenen Trainer Volker Schallhorn keiner so richtig auf dem Zettel gehabt. Doch hatte die SG bis auf drei Spiele bislang alle Partien siegreich gestaltet. Dass wir eine der drei Mannschaften waren, die Eiderstedt Punkte abluchsen konnte (2:2 im Hinspiel im heimischen Sportpark), gab Anlass zur Hoffnung, dass wir heute unseren Negativlauf mit bis dato sechs Niederlagen am Stück unterbrechen könnten. Aufgrund diverser Ausfälle waren wir wie so oft zu einigen Umstellungen gezwungen. Insbesondere die Defensive war wegen der Ausfälle von Jan Tiedemann und Michael Skrypski nur sehr dünn besetzt. Alex Jacobsen erklärte sich trotz Nachtschicht bereit auszuhelfen, und Torben Otto feierte nach langer verletzungsbedingter Pause sein Comeback im Kader der Ersten. Eigentlich wartete jeder tagsüber nur auf den Anruf, dass das Spiel wegen der Regenfälle abgesagt wurde. Stattdessen kam kurz vor Mittag die Mitteilung, dass das Spiel auf einen Ausweichplatz in Tönning verlegt wurde. Die Botschaft war klar: Eiderstedt wollte unbedingt spielen und wähnte sich aufgrund unserer Niederlagenserie bereits als sicherer Sieger. So war unsere Partie denn auch eine von genau zwei Spielen im Kreis, die an diesem Tag im Herrenbereich angepfiffen wurden. Die Beschaffenheit des Platzes in Tönning mit "tief" zu umschreiben, wäre noch leicht untertrieben. Doch genau diesen Umstand wollten wir uns zu Nutze machen und dem Tabellenführer ein echtes Kampfspiel liefern. Ich forderte eine positive Grundeinstellung und die Bereitschaft, neunzig Minuten lang ehrliche Arbeit abzuliefern. Wir wollten mit mehr Mut auftreten als beim letzten Heimspiel gegen Ladelund/Achtrup, ohne dabei die Ruhe und Konzentration zu vernachlässigen. Da wir aufgrund der schwierigen Bodenverhältnisse die spielmachende Mannschaft im Nachteil sahen, wollten wir in der Defensive kompakt stehen und die SG kommen lassen. Wie leider so oft in den letzten Wochen führte gleich die erste Chance des Gegners zum Gegentor, als Sören Schröder in der 10. Minute von rechts kommend mit dem Ball am Fuß parallel zur Strafraumgrenze nach innen zog und relativ ungehindert zur 1:0-Führung traf. Wie gefordert ließen wir uns durch diesen frühen Rückschlag nicht verunsichern und spielten ruhig und geordnet weiter. Der SVG zeigte das gewünschte kämpferische Engagement und ließ keine weiteren nennenswerten Chancen des Tabellenführers zu. Lediglich bei Ecken war Eiderstedt durch den baumlangen Sören Schröder ansatzweise gefährlich. Nachdem unsere Angriffsbemühungen zunächst noch durch die schwierigen Bodenverhältnisse oder durch das konsequente bis zuweilen rustikale Zweikampfverhalten der SG unterbunden wurden, bekamen wir nach einer halben Stunde etwas mehr Struktur in unser Offensivspiel, ohne dass wir uns jedoch glasklare Chancen herausspielen konnten. Mit dem 1:0 ging es in die Pause, ein Ergebnis, das uns noch alle Möglichkeiten offen hielt. Nach dem Wiederanpfiff zeigte sich das gleiche Bild wie in der ersten Halbzeit: Beide Teams lieferten ein reines Kampfspiel. Filigranes Passspiel ließ der Kleckermatsch-Acker aber auch wirklich nicht zu. In der 50. Minute foulte Björn Barkmann seinen Gegenspieler nach eigenem Ballverlust im Spielaufbau kurz vor der Strafraumgrenze. Als Eiderstedt den fälligen Freistoß aus hochgefährlicher Position relativ unmotiviert vergab, wagte ich auf der Bank die Prognose, dass wir heute etwas Zählbares mitnehmen würden. Eiderstedt beschränkte sich in der Folge weitestgehend auf Ergebnisverwaltung und spielte konsequent auf Zeit. Wir spielten weiter mit hohem kämpferischen Aufwand. Nach einer Stunde wurde uns ein aussichtsreicher Konter, bei dem Marco Otto allein auf den Torwart zulief, fälschlicherweise wegen Abseits weggepfiffen. Eiderstedt versäumte es, auf das zweite Tor zu spielen, so dass die Hoffnung auf ein Erfolgserlebnis unsererseits blieb. Der SVG fightete weiter verbissen und tatsächlich: In der 81. Minute wurden wir für unser Engagement belohnt, als sich der eingewechselte Thorsten Gregersen bei einem Eiderstedter Klärungsversuch energisch in den Ball warf und diesen in den Lauf von Björn Barkmann blockte. Barkmann drang in den gegnerischen Strafraum ein und überwand den Torwart von halblinks mit einem platzierten Flachschuss zum umjubelten Ausgleich. Der Tabellenführer antwortete mit wütenden Angriffen, die wir mit viel Einsatz verteidigten. Als unser Torwart Lars Weber in der Schlussminute einen gefährlichen Freistoß entschärfte, war der Punktgewinn perfekt.

Heute hat die Mannschaft gezeigt, was möglich ist, wenn jeder einzelne neunzig Minuten lang bis zum Umfallen kämpft und konzentriert seine Arbeit verrichtet. Dann kann man auch beim Tabellenführer, der uns allerdings wohl auch etwas auf die leichte Schulter genommen hat, etwas mitnehmen. Eine besondere Erwähnung verdient Thorsten Gregersen, der dem Trainer den Tipp gab, Björn Barkmann bei der Auswechslung von Kevin Voss in den Sturm zu schieben, und den entscheidenden Zweikampf vor dem Tor gewann. Auf die heutige Leistung können wir gerade wegen der vielen Ausfälle stolz sein. Den Rückenwind und die Moral aus diesem Spiel müssen wir unbedingt mit ins letzte Spiel des Jahres gegen den starken Aufsteiger FSV Wyk/Föhr nehmen. Wenn wir auch nur um fünf Prozent nachlassen, werden wir gegen die Insulaner nichts reißen. Also auf geht´s: Wir haben heute gesehen, wie es geht.

Kader: Lars Weber - Arne Matthes - Gerrit Carstensen, Harald Jensen - Christian Schweger, Björn Barkmann (88. Torben Otto) - Hauke "Audi" Christiansen (77. Thorsten Gregersen), Gerrit Voss, Hauke Christiansen - Kevin Voss (61. Alex Jacobsen), Marco Otto