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Unser Abstiegsduell in Joldelund beim Tabellenletzten Goldebek hatte eine Vorgeschichte. Am Freitagabend trat unser Mitkonkurrent im Abstiegskampf, der Rödemisser SV II, beim SV Frisia 03 III an. Die Lindholmer hatten sich im Spiel zuvor - verstärkt um vier Spieler der eigenen Zweiten (Kreisliga) - mit einem Sieg gegen uns aller Abstiegssorgen entledigt. Da das Heimspiel gegen Rödemis das viertletzte der Lindholmer war, durften sie keine Stammspieler der Zweiten mehr einsetzen. Stattdessen liefen diverse Altligaspieler auf. Frisia spielte unter diesen Rahmenbedingungen mindestens eine Klasse schlechter als gegen uns und schenkte Rödemis durch schwaches Abwehrverhalten vier Tore. So kamen aufopferungsvoll kämpfende Rödemisser zu einem 4:3-Auswärtserfolg und zogen in der Tabelle an uns vorbei. Ich will hier absolut nicht von Wettbewerbsverzerrung sprechen. So sind halt die Statuten. Man muss eben auch das Glück haben, am richtigen Spieltag gegen die entsprechenden Mannschaften anzutreten. Es passt zu unserer Rückrunde, dass wir hier jetzt schon zweimal Pech hatten (zuvor bereits beim Heimspiel gegen Rödemis, als Martin Herpel aus deren Ligamannschaft die Partie allein entschied). So standen wir beim Abstiegsgipfel beim Tabellenletzten TSV Goldebek unter Zugzwang. Da Hannes Steensen kurzfristig verletzt ausfiel, mußten wir die geplante Aufstellung umbauen. Wir traten mit einer komplett veränderten Abwehr an. So führte Leif Schlichting als Libero die Außenverteidiger Christoph Otto und den umfunktionierten Daniel Höfer an. Unser etatmäßiger Libero Lasse Dona rückte ins defensive Mittelfeld vor, so dass unser torgefährlichster Spieler Björn Barkmann wieder in den Sturm rücken konnte. Nach wenigen Minuten mußten wir bereits auswechseln, da Sören Christiansen umgeknickt war. Beiden Mannschaften war die Bedeutung der Partie deutlich anzumerken. Viel Kampf aber wenig spielerische Momente auf beiden Seiten. Klare Chancen gab es kaum. Wir setzen zu ein paar Schüssen aus der zweiten Reihe an, die aber ungefährlich blieben. In der Defensive ließen wir wenig zu. Unsere neuformierte Abwehr stand gut. In der 35. Minute kassierten wir aus dem Nichts ein Gegentor, das man nur bekommt, wenn man so einen Negativlauf hat wie wir. Eine Flanke von links, drei oder vier Spieler gingen zum Kopfball hoch, keiner kam ran, der Ball schlug am langen Pfosten zur 1:0-Führung der Gastgeber ein. Andreas Ziehr im Tor hatte keine Abwehrchance. In der Folgezeit bis zum Pausenpfiff hängende Köpfe, negative Körpersprache und null Kommunikation auf dem Platz. In der Pause schwörten wir uns neu ein. Wir wollten Moral zeigen, das Spiel in den Griff bekommen, ohne dabei die Defensive zu vernachlässigen. Goldebek setzte jetzt konsequent auf Konter und ließ uns kommen. In der 52. Minute setzte sich Dirk Bölter gekonnt auf dem linken Flügel bis zur Grundlinie durch. Seine Hereingabe landete über Umwege bei Björn Barkmann, der den gegnerischen Torhüter aus kurzer Distanz zum umjubelten 1:1-Ausgleich überwand. Der psychologische Vorteil hätte jetzt auf unserer Seite sein müssen. Doch nur drei Minuten später schliefen wir bei einer Linksflanke und Goldebek konnte ungehindert per Kopf zur erneuten Führung einnetzen. Bei uns kam im Anschluss viel Hektik auf. Viele technische Fehler und ungenaue Zuspiele im Aufbauspiel waren die Folge. Hier kam der eine oder andere wohl mit dem Druck nicht sonderlich gut klar. Zudem waren ab Mitte der zweiten Hälfte deutliche konditionelle Verschleißerscheinungen zu sehen, aber ich will hier jetzt nicht wieder von der Trainingsbeteiligung in dieser Saison anfangen... Viel Pech hatten wir, als ein Distanzschuss von Thorsten Gregersen vom Innenpfosten zurück ins Feld sprang. In den letzten Minuten ließen auch bei den Goldebekern die Kräfte nach, und wir kamen noch zu einigen hochkarätigen Chancen. Björn Barkmann schoß aus kurzer Distanz dem Torwart in die Arme und setzte wenig später einen Schuss von der Strafraumgrenze zu hoch an. In der Schlussminute fehlten bei einer gefährlichen Ecke die entscheidenden Zentimeter für den Torerfolg. So blieb es bei der unglücklichen 1:2-Niederlage.
Der freie Fall der zweiten Herren hat also leider auch bei diesem Abstiegsgipfel seine Fortsetzung gefunden. Selbst in der Hand haben wir es jetzt nicht mehr. Wir sind von den Ergebnissen anderer - auch in den höheren Ligen - abhängig. In den letzten beiden Spielen müssen wir gegen IF Tönning II und dann bei der SG Wiedingharde-Emmelsbüll antreten. Beides Mannschaften aus dem oberen Tabellendrittel, wo es sehr schwer wird zu punkten. Aber so lange es rechnerisch möglich ist, dürfen wir nicht aufgeben. Wir müssen in beiden Spielen alles geben und uns unsere Chance verdienen. Vielleicht kommt das Glück dann zu uns zurück, und wir treffen auch mal auf eine Mannschaft, die nicht mehr ganz so viel Lust hat, oder der Ball springt mal vom Innenpfosten ins Tor und nicht wieder heraus. Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren! Alles ist möglich, wenn man daran glaubt und alles dafür tut!
Kader: Andreas Ziehr - Leif Schlichting - Christoph Otto, Daniel Höfer - Lasse Dona (Guido Möller), Dirk Bölter - David Johannsen (Lars Andresen), Thorsten Gregersen, Christian Schweger - Björn Barkmann, Sören Christiansen (Mario Jensen / Christian Sievers)